Der Mond in der Kulturgeschichte
Der Mond wurde im Laufe der Kulturgeschichte einiges an Einfluss auf die Menschen, auf die Natur und in Bezug auf die Vorgänge des Lebens zugeschrieben. Im Zu- und Abnehmen des Mondes sahen die Menschen zum Beispiel ein Symbol für Wachstum und Sterben eines himmlischen Wesens. Der Neumond galt als gestorben, am dritten Tag erstand er als Mondsichel wieder auf.
Mond und Sonne wurden stets als verschiedene Geschlechter gesehen. Die Römer sahen in Luna eine Mondgöttin, die alten Griechen verehrten sie als Selene. In den romanischen Sprachen ist der Mond bis heute weiblich und die Sonne hingegen männlich. Im Deutschen allerdings ist es umgekehrt. Der Grund dafür ist, dass die Germanen einst glaubten, dass Sol, die auch Sunna genannt wurde, den Sonnenwagen lenkt. Ihr Bruder war Mani, er lenkte das Mondgefährt.
Bei den Chinesen ist der "Mann im Mond" kein Mann, sondern eine Frau. Sie trägt den Namen Change. Einst soll sie ein Elixier geschluckt haben, das ihr Unsterblichkeit verlieh - sie schwebte daraufhin zum Mond. Zusammen mit ihr wohnen dort ein Hase und eine Kröte. Indianerstämme in Guyana sehen einen Frosch im Mond, Tibeter und Japaner sehen ebenfalls einen Hasen.
Unter anderem die Kelten glaubten, dass der Mond heilende Kräfte habe. Er könne aber auch gefährlich werden. Donner und Fluten kamen laut den Tupi aus Brasilien vom Mond, ebenso andere schädliche Einflüsse. Außerdem kennt wohl jeder die Legende vom Werwolf, in den sich Menschen bei Vollmond verwandeln sollen. Dieser Glauben kam im 12. Jahrhundert durch den Autor Gervais von Tilbury auf.
Oft galt der Mond als verschlagenes Wesen, das auch Jagd auf Jungfrauen macht. So kam der Glaube auf, dass der Mond den Menstruationszyklus der Frau steuere. Dies wurde unter anderem von den Tibetern und Japanern behauptet, die eine Ähnlichkeit zwischen den Mondphasen und dem Zyklus der Frau entdeckten.